Die Insel der nassen Gottheiten
- lavieenroute
- 11. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Wer Bali in der Regenzeit besucht, sollte nicht wasserscheu sein. Denn die nach Fläche fünfzehntgrösste Insel Indonesiens ist dann vor allem nass. Und das hat seinen ganz eigenen Reiz.
Kaum ist man am Flughafen der Inselhauptstadt Denpasar gelandet, wird man hineingezogen in den Trubel der Ankommenden und Abreisenden, der Fahrdienste, Gepäck-Services, Geldwechselschalter und all dessen, was Reisende brauchen oder eben nicht. Grossstadt-Vibes kommen auf. Und der Süden der Insel ist in der Tat dicht besiedelt, voll mit mehrspurigen Strassen, diese wiederum sind voller Motorroller. Die Geräuschkulisse ist eindeutig und sagt: Willkommen in Südostasien.
Der Strand von Sanur in einem trockenen Moment.

Unser Quartier für den Aufenthalt auf Bali ist in einer etwas ruhigeren Ecke gelegen, im Städtchen Sanur, direkt am Strand. Tropische Gärten bringen uns zum Staunen, und an deren Ende liegt der Strand an einer gepflegten Promenade, wo sich Resorts mit kleinen Märkten, Restaurants, Cafés und Tempelanlagen abwechseln, stets mit Blick auf den Mount Agung, einen aktiven Vulkan und mit etwa 3'000 Metern Höhe Balis höchster Punkt.
Die entscheidende Frage ist vielleicht diese: Ist es möglich, in der Regenzeit Strandurlaub in Bali zu machen? Sagen wir: Teilweise.
Auch in der Regenzeit, die etwa von November bis März andauert, gibt es trockenere Phasen und sonnige Tage. Für ein paar entspannte Stunden am Pool oder Strand findet sich sicher ein guter Moment, fraglich jedoch ist, ob Schwimmen im Meer möglich ist – entweder wegen gefährlicher Strömungen oder wegen Quallenalarms.
Doch auch wenn Strandzeit gerade nicht in Frage kommt, ist die Regenzeit in Bali erlebenswert. Denn der Niederschlag ist intensiv, warm, schön – und mit einem Dach über dem Kopf und vielleicht einem Kaltgetränk eine Attraktion für sich.
Und dann gibt es natürlich noch eine Menge an möglichen Aktivitäten ausserhalb der Strandgebiete – zum Beispiel charakteristische Landschaften oder hinduistische Tempel. Dabei empfiehlt sich, mit Guides unterwegs zu sein, die auch das Fahren übernehmen, denn der Verkehr auf Bali ist für Reisende aus Europa nicht sehr übersichtlich.
Gerade in der Regenzeit sind überflutete Strassen auch nicht ungewöhnlich – doch Locals kennen die befahrbaren Routen und kommen sicher am Ziel an. Zum Beispiel in den Bergen Balis, bei den Reisfeldern von Jatiluwih, die seit einigen Jahren zum UNESCO-Welterbe zählen. In beeindruckendem Grün, eingehüllt von Balis nebelverhangenen Bergen, zeugen die Reisterrassen nicht nur von einem jahrhundertealten ausgeklügelten Bewässerungssystem, sondern auch von Balis traditioneller, spiritueller Lebensweise. Es lohnt sich, einen Moment zu verweilen und die Ruhe des Ortes auf sich wirken zu lassen – auch oder gerade im Regen.
Jatiluwih: Im Schatten der Jahrhunderte.

Ein weiteres lohnendes Ziel in Reichweite von Sanur ist ein Tempel namens Tirta Empul. Auch hier geht es um Wasser, denn der Tempel ist um einige Becken und Teiche herum gebaut, die für die lokale Bevölkerung von grosser spiritueller Bedeutung sind. Entsprechend ist man als Besucher*in dazu angehalten, den Ort zu respektieren und dies zum Ausdruck zu bringen, in dem man einen Sarong und einen Tempelschal trägt. Beides kann man am Eingang ausleihen. Auch hier ist die Ruhe und Friedlichkeit des Ortes eine Attraktion in sich – eingebettet in tropisches Grün, ist das Plätschern von Wassern und ein gelegentliches Quaken der Enten, die den Tempel bewohnen, das Lauteste, was man hört.
Die spirituelle Seite Balis: Tirta Empul.

Regenzeit in Bali also – wer die stillere Seite Balis sucht, wird sie zu dieser Jahreszeit finden. Und feine Küche inklusive unglaublicher Früchte gibt es dort sowieso das ganze Jahr.
Gut zu wissen
Das Eingangstor nach Bali ist in der Regel der Flughafen Denpasar. Dieser Verkehrsknotenpunkt ist an die Metropolen Asiens und die anderen Flughäfen Indonesiens sehr gut angebunden. Aus Europa gibt es nur eine Direkt-Verbindung aus Istanbul, ansonsten erfolgt die Anreise zum Beispiel über Singapur, Hongkong oder Thailand. Unser Flug mit Thai Airways mit Umsteigen in Bangkok hat vollkommen problemlos funktioniert.
Unterkünfte gibt es auf Bali in sehr grosser Zahl und für jeden Geschmack. Wer seinen Aufenthalt am Strand verbringen möchte, sollte Sanur ins Auge fassen – ein lebendiges Örtchen, jedoch bei weitem nicht so aufgekratzt wie etwa Seminyak. Wir haben uns für das Hyatt Regency entschieden, das vor allem mit seinen sehr gepflegten Gärten auffällt, mit einem gepflegten Strand und einem soliden Preis-Leistungs-Verhältnis.



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